„Jugendarbeit braucht Freiräume!“

 Landesjugendring startet Kampagne für außerschulische Bildungsgelegenheiten und selbstorganisierte Lernorte Mainz. Der Landesjugendring Rheinland-Pfalz (LJR) will mit einer Kampagne unter dem Motto „Jugendarbeit braucht Freiräume“ bessere Bedingungen für das ehrenamtliche Engagement von Kindern und Jugendlichen erreichen. Arbeitsverdichtungen in Schule und Hochschule sorgten dafür, dass jungen Menschen zunehmend die Zeit für ehrenamtliches Engagement fehle, sagte Charlotte Zuber, stellvertretende Vorsitzende des LJR, in Mainz. Dadurch gingen Angebote der Jugendarbeit verloren. Verschärft werde die Situation durch die bereits geplanten Sparmaßnahmen aufgrund des Kommunalen Entschuldungsfonds, von denen die Jugendarbeit ebenfalls betroffen sei, so Zuber weiter. „Umso mehr müsste die Politik an ehrenamtlichem Engagement interessiert sein. Junge Menschen haben aber zwischen Schule, Uni, Ausbildung und Beruf kaum noch Zeit, sich für andere einzusetzen.“Aus Sicht des Landesjugendrings ist damit insbesondere auch ein bildungspolitisches Problem verbunden. So belegten Studien, wie z.B. der 12. Kinder und Jugendbericht der Bundesregierung, dass ein Großteil sozialer Kompetenzen, wie Teamfähigkeit und Selbstorganisation, nicht innerhalb der Schule, sondern in außerschulischen Lernorten, wie z. B. bei den Angeboten der Jugendarbeit, in Vereinen und Verbänden erworben wird. „Wir wollen keine Lernroboter sondern junge Menschen, die die sozialen Fähigkeiten haben, mit anderen demokratisch zusammen zu leben und zu arbeiten. Aktuell läuft die Entwicklung des Bildungssystems leider in die ganz andere Richtung“.Daher fordert der LJR ein schnelles Umsteuern der Landespolitik. Zu seinen Forderungen zählen ein „Ferienschutz“ bei ehrenamtlichem Engagement, Freisemester für engagierte Studierende sowie eine generelle Entzerrung der Lehrpläne an Schulen und Hochschulen. „Wir werden die Politik für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen des Engagements von Kindern und Jugendlichen in die Pflicht nehmen“; erklärte Zuber abschließend.Mit einer Vielzahl von Aktionen will der Landesjugendring nun gegensteuern. Neben Informationsveranstaltungen und der Einrichtung einer eigenen Internetplattform läuft momentan bereits ein Aufruf an Jugendgruppen, mit selbstproduzierten Video- und Fotobeiträgen die Bedeutung von Freiräumen für Kinder und Jugendliche deutlich zu machen. Zudem führt der Landesjugendring eine eigene Online-Umfrage zur aktuellen Situation der außerschulischen Bildung durch. Darüber hinaus soll auch mit anderen jugend- und bildungspolitischen Akteuren, wie z.B. Schüler- und Studierendenvertretung, zusammen gearbeitet werden. Weitere Informationen zu der Kampagne, gibt es im Internet unter: http://freiraum.ljr-rlp.de/

Hintergrund: Der Landesjugendring Rheinland Pfalz ist der Zusammenschluss von mehr als 20 Jugendverbänden in Rheinland-Pfalz. Gemeinsam vertritt er ungefähr 200.000 Kinder und Jugendliche und ist die Lobby für Kinder und Jugendliche in Politik und Gesellschaft. Weitere Informationen finden sich unter www.ljr-rlp.de oder in der Geschäftsstelle des Landesjugendringes RLP, Telefon 06131-960 200 oder info(at)ljr-rlp.de .  Jan Schlemermeyer, Bildungsreferent, Landesjugendring RLP